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Michael Bottig
Baden, AT

Michael Bottig

Kunstverständnis - Subversion – Utopie Meine Arbeiten verweisen durchwegs auf sozialkritische Probleme und politisch orientierte Themen. Sie changiere...

Kunstverständnis - Subversion – Utopie Meine Arbeiten verweisen durchwegs auf sozialkritische Probleme und politisch orientierte Themen. Sie changieren zwischen und humorvoll witzig und kritisch, zwischen zufällig und beabsichtigt, wie zwischen künstlich und natürlich. Dem Bild gegenüber ist ein dekorativer Standpunkt ebenso erlaubt wie ein anspruchsvoll hinterfragender. Kunst entsteht durch das Kunst-denken-Wollen. Demzufolge bauen künstlerische Äußerungen auf Dialoge, kurze, lange, beiläufige oder intensive, gleichgültige oder aggressive. Je nach Tagesverfassung, Hunger oder Sättigungsstand, Wettereinfluss oder persönlicher Gefühlslage bauen sich die Wellen und Gräben der Verwerfungen in den Bildern den Betrachtenden gegenüber auf. Jede Reaktion, sei sie auf das Werk oder den angesprochenen Inhalt, ist legitim, auch die verweigernde. Das Imaginäre in den Bildern liegt nicht im Sichtbaren, im Dargestellten, sondern in der Vorstellungskraft der Betrachtenden, die damit die eigene Fantasie mobilisiert.

1955 Geboren in Wien 1974 Matura an der AHS Mödling;

Ausbildung und Wurzeln • 1975–1980: Studium an der Akademie der Bildenden Künste Wien in der Meisterschule von Prof. Rudolf Hausner. • 1980: Abschluss des Studiums. Parallel zur freien Kunstausübung begann eine langjährige Lehrtätigkeit (Bildnerische Erziehung und später Informatik) Künstlerischer Werdegang & Funktionen • Ab 1996: Aktives Mitglied und später wesentlicher Mitgestalter des Badener Kunstvereins. • 1998–2012: Leitung der Arbeitsgemeinschaft Bildnerischer Erzieher Niederösterreichs sowie Mitgliedschaften im Kunstverein SÜD-OST und der Kulturvernetzung NÖ. • Seit 2020: Fokus auf das freischaffende Werk (Ruhestand vom Lehrberuf). Ich lebe und arbeitet in Baden bei Wien.

Wichtige Ausstellungszyklen (Auswahl) Mein Schaffen ist in thematischen Blöcken organisiert, die oft über Jahre hinweg bearbeitet werden: • "Annäherung" (1996): Erste große Katalogpräsentation und Ausstellungen in Wien, Baden, St. Pölten, Sombathely. • "Adam, wo bist du?" (2014): Eine direkte Auseinandersetzung der menschlichen Identität und der Verortung (Wand- und Seekartenbilder). • "Schattenpolitik" & "Virtualität der Existenz" & “Ordnung der Dinge“: Werke, die sich mit gesellschaftspolitischen Umbrüchen und der Digitalisierung befassen (Wien, Mistelbach, Brezlav) • „Völkerwanderung“ (2017, Baden): Auseinandersetzung mit gesellschafts- und konsumpolitischen Auswirkungen von Wanderungen. • "Verwerfungen" (2024, Stadtgalerie Wiener Neustadt): Thematisierung aktueller politischer Auswüchse. • "Verwahrheitungen" (April 2025, Atelier Bajadere): Ein aktueller Zyklus, der sich mit der Konstruktion von Wahrheit beschäftigt.

Illustrationen • „Angst hat keine Flügel“ (Lyriksammlung, Verlag Umbruch) Wandmalereien • Linurische Wandmalereien (Waldegg, Golfclub Adamstal) Auktion • Wien, Semperdepot (2015)

Kommentare „Er bezieht eine Position und macht die erkannte Ungerechtigkeit durch ästhetische Verbildlichung bewusst.“ (aus „Die funktionale Kunst des Michael Bottig“, 2023, Prof. Mag. Gotthard Fellerer).

„Er liefert uns Bilder, die brennen, die den Rahmen der sicher ernst gemeinten Mitteilungen sprengen wollen. In „Frauen“ (Öl auf Leinwand, 1995) ist dieses Feuer konkret dargestellt.“ (aus „Annäherung“, 1996, Drin. Sabine Prokop).

Aber in dieser Leseart ist das Bild selbst Symbol für eine post-postmodernistische, eine postdekonstruktivistische Haltung, eine nicht zuletzt konstruktive (aber unironische) Attitüde, welche die terminale Verlorenheit und epistemische Realitätsvergessenheit der Dekonstruktivisten zu überwinden in der Lage scheint (ist?). Die Ausstellung verweist damit über ihren eigenen Titel — jedenfalls über das gleichlautende Werk von Foucault – deutlich hinaus, ohne einer neuen (naiven) romantizierenden Pose anheim zu fallen; sie offeriert in einer Zeit der verlorenen Unschuld eine positivistische Antwort auf uralte Fragen der Menschheit und von Kunst: Wer sind wir? Und: Wie ist unser Verhältnis zur Welt? (einführende Worte zur Ausstellung „Die Ordnung der Dinge“, 2017, DI Dr. Christoph Strnadl)

„Verwahrheitung steht für Michael Bottig unter dem Aspekt, dass in der Kunst eine Idee, eine nicht reale Vorstellung zu einem ganz uns gar realen Kunstwerk und damit verwahrheitet wird. Verwahrheitungen diesen dazu, noch nicht Realisiertes vorstellbar zu machen“ (Einführung zur Ausstellung „Verwahrheitung“, 2025, Dieter Koffler).